Parodontitis Behandlung – Ablauf und Methoden
Eine Parodontalbehandlung wird dann notwendig, wenn sich die Parodontitis nicht mehr allein durch bessere Mundhygiene stoppen lässt . Spätestens bei dauerhaft vertieften Zahnfleischtaschen ist ärztliches Eingreifen geboten – denn unbehandelt schreitet die Erkrankung weiter voran.
Wie wird Parodontitis diagnostiziert?
Zu Beginn erfolgt eine umfassende Untersuchung mit Anamnese, Sichtprüfung und Risikoeinschätzung.
Messung und Diagnostik
- Messung der Zahnfleischtaschen
- Bestimmung von Entzündungswerten
- Röntgen zur Beurteilung des Knochens
Sind Sie sich unsicher, ob mit Ihrem Zahnfleisch alles in Ordnung ist?
Wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Diagnose und beraten Sie individuell.
Die Behandlungs- bzw. Therapieansätze bei Parodontitis
Moderne Theraphieansätze
Moderne Parodontologie-Therapieansätze umfassen eine Kombination aus meist nicht-chirurgischen und z.T. chirurgischen Methoden, die auf die Reduktion von bakteriellen Belägen, die Entzündungshemmung und die Regeneration des Zahnhalteapparates abzielen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Schulung des Patienten zur effektiven Mundhygiene und die Beseitigung von Risikofaktoren wie Rauchen. Zusätzlich können regenerative Verfahren zum Aufbau von verlorengegangenem Gewebe eingesetzt werden.
Nicht-chirurgische Therapie
- Professionelle Zahnreinigung (PZR): Entfernung von Plaque und Zahnstein oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrandes.
- Mundhygieneinstruktion: Schulung des Patienten in effektiven Putztechniken und Verwendung von Hilfsmitteln wie Zahnseide und Interdentalbürsten.
- Unterstützende Parodontitistherapie (UPT): Regelmäßige Nachsorge und Kontrolle, um den erreichten Therapieerfolg langfristig zu erhalten und Rezidive zu vermeiden.
- Lokale Antibiotikagabe: In bestimmten Fällen können Antibiotika lokal in die Zahnfleischtaschen eingebracht werden, um die bakterielle Besiedlung zu reduzieren.
- Lasertherapie: Laser können zur Keimreduktion und Gewebebehandlung eingesetzt werden, um die Entzündung zu minimieren.
- Hyaluronsäure: Hyaluronsäure, insbesondere vernetzte Formen, kann den Heilungsprozess unterstützen und entzündungshemmend wirken.
Chirurgische Therapie
- Offene Kürettage: Bei tiefen Zahnfleischtaschen kann eine chirurgische Freilegung des Zahnhalteapparates erfolgen, um eine gründliche Reinigung und Entfernung von Konkrementen zu ermöglichen.
- Weichgewebschirurgie: Rezessionsdeckungen oder die Korrektur von Lippen- und Wangenbändchen können durchgeführt werden, um freiliegende Zahnhälse zu bedecken und das Gewebe wiederherzustellen.
Regenerative Verfahren
- Schmelz-Matrix-Proteine (SMP): Werden auf die freiliegende Wurzeloberfläche aufgetragen, um die Regeneration des Zahnhalteapparates von Bindegewebe und des Knochens zu fördern.
- Zellokklusive Membranen: Werden verwendet, um das Wachstum von bestimmten Zelltypen zu fördern und die Regeneration des Gewebes zu unterstützen.
Zusätzliche Aspekte
- Individuelle Risikobeurteilung: Jeder Patient hat ein individuelles Risiko für Parodontitis, das bei der Therapieplanung berücksichtigt werden sollte.
- Patientenaufklärung und -motivation: Eine umfassende Aufklärung über die Erkrankung und ihre Ursachen sowie eine kontinuierliche Motivation des Patienten sind entscheidend für den Therapieerfolg.
- Langfristige Betreuung:
Eine regelmäßige Nachsorge und unterstützende Parodontitistherapie (UPT) sind unerlässlich, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern. - Fachpersonal und spezialisierte Praxen mit dem Schwerpunkt Parodontologie: Weitergebildetes zahnärztliches Personal (DH Professional), welches spezialisiert in Therapie von Parodontalerkrankungen ist.
Initialtherapie
Entfernung von Belägen ober- und unterhalb des Zahnfleischrands zur Reduktion der Entzündung.
Reevaluation
Nach einigen Monaten wird der Behandlungserfolg überprüft.
Weiterführende Therapie
Bei Bedarf folgen zusätzliche konservative oder chirurgische Maßnahmen.
Ziel der Behandlung
Parodontalbehandlungen verfolgen ein klares Ziel: den Zahnhalteapparat langfristig zu stabilisieren, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und entstandene Schäden –soweit möglich – rückgängig zu machen. Dabei geht es nicht nur um die reine Entzündungsbekämpfung, sondern auch um funktionelle und ästhetische Wiederherstellung. Je nach Schweregrad der Parodontitis und individueller Situation werden unterschiedliche Maßnahmen kombiniert, um die Mundgesundheit ganzheitlich zu fördern. Denn: Gesundes Zahnfleisch ist die Grundlage für starke Zähne – und ein selbstbewusstes Lächeln.
Häufige Fragen
Ist eine Parodontalbehandlung schmerzhaft?
Nein, in der Regel nicht. Die Parodontitisbehandlung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass Sie während des Eingriffs keine Schmerzen verspüren. Nach der Behandlung kann es zu leichten Druckgefühlen oder Schmerzen kommen, die jedoch mit handelsüblichen Schmerzmitteln gut behandelbar sind. Dank moderner, schonender Verfahren verläuft die Therapie bei uns besonders gewebeschonend und oft nahezu schmerzfrei. Ihr Wohlbefinden liegt uns am Herzen.
Zahlt die Krankenkasse eine Parodontalbehandlung?
Ja, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die klassische Parodontitisbehandlung – inklusive Vor- und Nachsorge. Dazu zählen:
- Vorbehandlung: Professionelle Zahnreinigung und Entfernung harter Beläge (Zahnstein)
- Hauptbehandlung: Tiefenreinigung unterhalb des Zahnfleischrands (meist mit Hand-oder Ultraschallinstrumenten)
- Nachbehandlung (UPT): Regelmäßige Nachsorge im Rahmen der unterstützenden Parodontitistherapie
- Früherkennung: Der Parodontal-Screening-Index (PSI) zur Diagnose wird alle zwei Jahre bezahlt
Für gesetzlich Versicherte sind diese Leistungen Teil des Leistungskatalogs, vorausgesetzt, der Behandlungsplan wurde genehmigt.
Welche Parodontitis-Leistungen übernimmt die Krankenkasse nur teilweise?
Nicht alle modernen oder erweiterten Verfahren sind Kassenleistungen. Dazu zählen z. B.:
- Lasertherapie: Schonende, aber meist privat zu zahlende Behandlung
- Knochenaufbau & regenerative Verfahren: Komplexere Eingriffe wie Membran-Techniken oder gesteuerte Geweberegeneration (GTR)
- Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL): Zusatzleistungen, die medizinisch sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig sind
Wir klären Sie vorab transparent über mögliche Kosten auf und helfen Ihnen bei der Entscheidung.
Wann ist eine Parodontalbehandlung abgeschlossen?
Die eigentliche Behandlung ist abgeschlossen, wenn die Entzündung zurückgegangen und das Zahnfleisch stabil ist. Aber: Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, daher ist eine lebenslange Nachsorge entscheidend für den Erfolg. Dazu gehören:
- Regelmäßige Kontrollen
- Professionelle Zahnreinigungen
- Individuelle Mundhygiene
Fragen Sie sich, ob bei Ihnen eine Parodontalbehandlung nötig ist?
Bei Zahnarzt Lehnert in Donzdorf führen wir eine präzise Diagnostik und individuelle Beratung durch.
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